Blutschwestern
lynn t musiol
Blutschwestern
Residenz & Präsentation
Collage und Gespräch
Im Rahmen der Recherche forscht Autor*in und Theaterschaffende lynn t musiol zur Erfahrung gesellschaftlicher Verunsicherung, die durch die Corona-Pandemie und den zunehmenden in Institutionen, Wissenschaft und politische Eliten sichtbar wurde. Viren wie Corona oder HIV erscheinen dabei nicht nur als medizinische Realität, sondern auch als Metapher für Prozesse der Ausbreitung: von Angst und Kontrolle ebenso wie von Solidarität, Dissens und kollektiver Handlungsmacht.
In Bochum untersucht lynn t musiol widerständige Praxen in der Geschichte des lesbischen Aktivismus und lesbischer Bewegungen und fragt, wie marginalisierte Erfahrungen gesammelt, bewahrt und als politisches Wissen aktiviert werden können. In Sachsen-Anhalt liegt der Fokus auf Widerstandspraktiken von Bürger*inneninitiativen und der Umweltbewegung. Durch Gespräche, Archivarbeit und das Sammeln von Erfahrungsberichten entsteht in „Blutschwestern“, abgeleitet von den blood sisters, die in Amerika zu Zeiten der AIDS-Pandemie ehrenamtlich tätig waren – eine Collage verschiedener Generationen und Kontexte in West und Ost. Die Recherche folgt den Wegen, auf denen Erfahrungen, Strategien und Haltungen zirkulieren – und untersucht, wie Formen „ansteckender“ Widerständigkeit entstehen, sich verbreiten und neue Handlungsspielräume eröffnen.
Im Rahmen der Netzwerkförderung des Fonds Darstellende Künste kooperieren das Festival OSTEN Bitterfeld-Wolfen und das Impulse Festival und tauschen sich über Transformationserfahrungen in Ost und West aus. In zwei künstlerischen Residenzen zwischen Sachsen-Anhalt und dem Ruhrgebiet recherchieren Mandy Unger und lynn t musiol zu ehemaligen Orten der Arbeit sowie zu queeren und bürgerschaftlichen Widerstandspraxen.
Termine
Tickets
Eintritt frei
Spielort
PRT Bochum
Dauer
120 Minuten
Gespräch
Nachgespräch (DE)
mit Alina Buchberger - Dramaturg*in, Kurator*in
Sprache
Deutsch