Yoldaş – Frauen, die einander halten
Nihan Devecioğlu
Yoldaş – Frauen, die einander halten
Konzert-Performance
„Bemerkenswert ist die ungewöhnliche, ungeheuer einnehmende Form eines poetischen Dokumentartheaters (...).“
Christoph Leibold, Deutschlandfunk, 27.10.2025
Gespräch zwischen den Generationen: Zarte und starke Melodien verbinden sich mit deutsch-türkischen Zeitzeuginnen-Stimmen und Filmmaterial zu einem wichtigen Teil weiblicher Erinnerungskultur.
„Das, was BMW zu dem machte, was es heute ist, das waren wir“, sagt Emine Ulusen, die 38 Jahre lang Arbeiterin im BMW‐Werk München war, wo sie Zeiten der Sprachlosigkeit, psychischer Verausgabung und harter körperlicher Arbeit erlebte. Zusammen mit Evgenia Karakolidis und Anayurt Kırımli gehört sie der ersten Generation von Gastarbeiter*innen in Deutschland an. Sie sind Yoldaş – Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Die Konzert- und Opernsängerin, Komponistin und Performerin Nihan Devecioğlu wuchs als Enkelin türkeistämmiger Arbeiter*innen im Umfeld des Werks auf. In „Yoldaş“ schafft sie einen poetisch‐musikalischen Raum für Erinnerungen – an ihre eigene Kindheit im München der 1980er‐Jahre und an die Frauen, deren Arbeit bis heute unsichtbar blieb. Die Musikerin, die in ihrer künstlerischen Arbeit westliche Klassik mit türkischer Sufi- und Volksmusik sowie Avantgarde verbindet, lässt in „Yoldaş“ ihre zarten, virtuosen und glasklaren Melodien erklingen. Für das Stück nahm Devecioğlu Bild‐ und Tonmaterial im BMW‐Werk auf und verwandelte es in eine atmosphärische Klanglandschaft. Frauenstimmen, kombiniert mit Maschinengeräuschen und dokumentarischem Filmmaterial der bildenden Künstlerin Cana Bilir-Meier, fügen sich auf der Bühne zu einer lebendigen Collage der Zeitgeschichte, der Selbstermächtigung und weiblicher Solidarität. Ein Abend in deutscher und türkischer Sprache über Frauen, die ihre Körper und Leben geopfert haben, und durch ihre Arbeit gleichzeitig ermöglichten, dass eine Enkelin ihr großes musikalisches Talent ausschöpfen kann.
Termine
Tickets
Regulärer Preis: 18 €
Ermäßigter Preis: 12 €
Unterstützer*innenpreis 25 €
Spielort
COMEDIA Theater, Köln
Dauer
75 Minuten
Gespräch
17.06. Nachgespräch (DE) mit Bengü Kocatürk-Schuster, ehrenamtlich aktiv u.a. in der Kölner Initiative Herkesin Meydanı – Platz für alle, sowie weiteren Initiativen bundesweit, Sammlungserweiterung im DOMiD (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland), Köln
Weitere Begleitformate:
18.06. Einführung & kleine Speisen ab 19:30 mit Fatoş [Fatma] Tuna –Kulturvermittlerin, Moderatorin, Bildungsreferentin, aktuell Promotion über Männlichkeit(en) in der deutschsprachigen postmigrantischen Gegenwartsliteratur (Universität zu Köln)
Sprache
Deutsch