not ready/nicht bereit
The Embassy & Gäste
not ready/nicht bereit
Lectures und Gespräche
Europa rüstet auf: Wehrpflicht, höhere Verteidigungsausgaben und militärische Mobilität. Den Preis zahlen Zivilgesellschaften durch Kürzungen in Bildung, Soziales und Kultur. Angesichts von Krieg und geopolitischer Unsicherheit fragt das transnationale Netzwerk kritischer Kulturschaffender The Embassy: Was tun jene, die nicht kriegstüchtig sein wollen? Was lernen wir von aktuellen Protesten, und wie können wir solidarisch sein mit denen, die keine Wahl haben?
Wehrpflicht einführen, Verteidigungsbudget aufstocken, Rüstungsindustrie ankurbeln, Militärmobilität fördern. Die Gesellschaften in Europa wollen wieder kriegstüchtig werden. Den Preis für dieses Vorhaben, das die EU „Bereitschaft 2030“ nennt, zahlen die Zivilgesellschaften: In den Bereichen Bildung, Soziales und Kultur wird gespart, die jungen Generationen sollen ihre Zukunft ‚in den Dienst stellen‘, die Medien machen den Kriegsjargon wieder salonfähig. Angesichts der Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, der unsicheren Bündnis-Verantwortungen zwischen USA und den Ländern Europas, gepaart mit den zunehmenden autoritären Tendenzen in einigen europäischen Regierungen gibt es Neujustierungen in den Staatsausgaben der europäischen Länder. Von Klimaschutz redet eigentlich niemand mehr. Immer weiter eskalierende Kriegswirtschaft und koloniale Machtspiele kosten Zivilgesellschaften weltweit Leben, Land und Kultur.
Was aber tun all jene, die ‚nicht bereit‘ sein wollen? Und was tun jene, die sich diese Fragen gar nicht erlauben können? Nach ihrer Gründung im Sommer 2025 tritt The Embassy, ein transnationales Netzwerk kritischer Kunstschaffender aus Europa++, bei Impulse 2026 erneut zusammen, um von denen zu lernen, die es anders machen wollen. Von den Schüler*innen, die gegen die Wehrpflicht in Deutschland auf die Straße gehen. Von den Studierenden, die in Serbien gegen Korruption, staatliche Willkür und Dysfunktionalität protestieren. Von den Vielen, die hier und dort in Protestchören gegen faschisierende Politik ansingen – ausdauernd, solidarisch, laut.
Die beiden Tage von The Embassy hängen inhaltlich zusammen, können aber auch unabhängig voneinander besucht werden. Das Festivalpublikum ist jederzeit willkommen.
Programm
Fr 05.06. not ready/nicht bereit
Offenes Plenum zum Mithören, Mitdenken, Diskutieren, Austauschen und In-Verbindung-Treten.
11:00–13:00 BERICHTE 1 – „AUFRUHR"
Auftaktgebende Impulse von Déborah Brosteaux (Brüssel), Schulstreik NRW sowie Boyka Boneva und Nikos Papakostas (Athen)
15:00-17:00 BERICHTE 2 – „AFFIRMATION"
Auftaktgebende Impulse von Marijana Cvetković (Belgrad) und Judith Balso (Paris)
Im Anschluss an die Inputs und den Austausch "not ready / nicht bereit" des internationalen Künstler*innen-Netzwerks The Embassy & Gästen wird das Thema „Militarisierung, Sicherheit und Kultur“ an diesem Tag in einem Gespräch im FFT fortgesetzt.
19:00–20:30 „…will there also be singing?
Versicherheitlichung, Austerität und Kultur" im FFT Düsseldorf
Mit dabei: Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten „Konflikte, Krisen und gesellschaftliche Transformation", „Gewalt, (Un-)Sicherheit und Globalisierung", mit besonderem Fokus auf Alltagsdynamiken und post/dekolonialer Dimension der Gegenwart.
Sa 06.06. Assembly
10:00-11:00 chor*eograph*isches Warm-Up
11:00–13:00 ASSEMBLY
Öffentliche Vollversammlung zur gemeinsamen Verhandlung der entstandenen Fragen und weiterer Themen. Versammelt um einen großen Arbeitstisch sprechen wir länder-, sprach- und generationsübergreifend über die drängenden Fragen und machen uns gemeinsam „nicht bereit".
Im Anschluss am Nachmittag: gemeinsamer Besuch des Festivalprogramms und ungeformte Zeit
Termine
Tickets
Eintritt frei
Spielort
THE STUDIO, Düsseldorf
Sprache
Deutsch und Englisch