Der Soldat – ein Übergangsritual
Julian Warner
Der Soldat – ein Übergangsritual
Konzert-Performance
„Warner [schafft] das Kunststück, die Aktualität in den Schriften wiederzufinden. Mit dem Akkordeon spielt und tanzt er sich in eine Welt hinein, in der Gewalt und Hass immer wieder aufblitzen. Begleitet von Schlagzeuger Marcus Archer rückt Fanons verzweifelter Kampf für kulturelle Identität und Dekolonialisierung ganz nah.“
Elisabeth Mayer, Theater der Zeit, 21.07.2025
Der Schwarze Künstler als Soldat: Provokante Befragung des Theaterbetriebs nach Frantz Fanon – mit Schlagzeug und Akkordeon.
Ein Schwarzer Künstler stellt fest, dass er zum Soldaten geworden ist. Als Kunstarbeiter betritt er die Bühne – im Kampf um Repräsentation und Ressourcen erhält er eine Waffe und lernt, dass auch in der Kunst gilt: Die Befreiung der Okkupierten ist gleichzeitig der Schrecken der Besatzer. Doch ist Kulturkampf Krieg? Wenige haben so klar über die Gewalt in einer zersplitterten Welt geschrieben wie Frantz Omar Fanon, dessen Geburtstag sich 2025 zum 100. Mal jährte. Der antikoloniale Vordenker war überzeugt, dass die Entmenschlichung durch den europäischen Kolonialismus nicht durch Kompromisse überwunden werden könne, sondern nur durch seine Zerstörung. Fanons Rechtfertigung antikolonialer Gewalt wurde von Linken weltweit rezipiert, von der Black Panther Party bis zur RAF, und wird bis heute kontrovers diskutiert. Wann und in welchem Kontext ist es notwendig, Gewalt oder ihre Abwehr zu organisieren? „Der Soldat“ verknüpft die Erkenntnisse des Psychiaters und Marxisten aus Martinique, der erst in der französischen Armee gegen Nazideutschland, und später in der algerischen Befreiungsbewegung kämpfte, mit der Welt des Theaters. Auf der Bühne durchlebt der Schwarze Künstler seine Transformation zum Soldaten noch einmal. Im Zusammenspiel von Sprache und physischer Kraft des Schlagwerks sucht er sein Verhältnis zur Gewalt. Aus den provokanten Analysen und Akkordeon-Songs des Künstlers, Kurators und angehenden Gruppenanalysten Julian Warner sowie den Rhythmen von Markus Acher entsteht so ein hochaktueller, scharfsinniger und mitreißender Abend für kritische Theatergänger*innen und Musikfans, für Fanon-Nerds und -Neulinge.
Shuttle-Service zur nächsten Veranstaltung in Bochum (one way!):
12.06.: Non-binary House of Oberschlesien & Ms. Foxy Bless – Dragshow & Party
Shuttle-Service von der vorherigen Veranstaltung in Bochum (one way!):
13.06.: Marie Meyer – Fortunate Shortcuts
Termine
Tickets
Regulärer Preis: 18 €
Ermäßigter Preis: 12 €
Unterstützer*innenpreis 25 €
Spielort
Ringlokschuppen Ruhr; Mülheim an der Ruhr
Dauer
50 Minuten (am 12.06. zusätzlich 60 Minuten Gespräch, das Teil der Vorstellung ist)
Gespräch
12.06. Gespräch inklusive (Fishbowl-Format)
Mit den Gruppenanalytiker:innen: Sonja Brachthäuser, Johannes Brachthäuser
Sprache
Deutsch, Englisch und Französisch mit jeweiligen Übersetzungen in deutsche, englische und französische Untertitel