Veza Fernández ist eine in Wien ansässige Tanz-, Stimm- und Performancekünstlerin. Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Poetik und Politik vokaler Ausdrucksformen als Orte der Beziehung, der Vorstellungskraft und der Transformation. Sie verwebt Gesang, Schreiben, Tanz und Sprechpraktiken als körperliche Formen des Studiums, des Experimentierens und der Performance. Ihre Stücke sind sensibel und intensiv, sie entfalten polyphon ein Aufgebot an Stimmen und Präsenz, die sich bewegen und bewegt werden möchten. Ihr Hintergrund umfasst Philologie, Pädagogik, Theater, Musik und zeitgenössischen Tanz – Felder, die ihre künstlerische Forschung und Arbeitsweise stark beeinflussen. Ihr Werk ist lokal verankert und bewegt sich von der Underground-Szene in größere Tanz- und Theaterinstitutionen. Veza Fernández hat einen Master in Choreografie von der DAS Graduate School (Amsterdam Academy for Theatre and Dance). Ihre Arbeiten wurden u. a. im brut Wien, im Tanzquartier Wien, in den Sophiensælen Berlin, in der Gessnerallee Zürich, bei de Singel Antwerpen und in La Casa Encendida Madrid gezeigt.
Zosia Hołubowska ist eine in Wien lebende Klangkünstler*in, queere Musikaktivist*in und Produzent*in. Ihr Werk erforscht das Queeren von Archiven, Heilung und interspezifische Intimität durch Performances, Klanginstallationen und Kompositionen. Als Mitglied des feministischen Kollektivs Oramics und Gründer*in von Sounds Queer? verbindet sie elektronische Musik mit queerem Aktivismus. Ihr Soloprojekt Mala Herba mischt slawische Traditionen, Magie und dämonischen Disco mit EBM. 2023 veröffentlichte sie Singing Warmia, ein Album, das persönliche Orte rund um Olsztyn vertont. Zosia Hołubowska trat in Locations wie dem mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und dem Guggenheim Bilbao auf. Ihr Projekt Community of Grieving wurde u. a. bei Unsound, Elevate und Dark Mofo präsentiert.
Luis Javier Murillo Zuñiga ist Performance- und Drag-Künstler*in sowie Student*in an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ursprünglich in Costa Rica geboren, lebt er*sie heute in Wien. Seine*ihre künstlerische Praxis bewegt sich an den Schnittstellen von Migration, Theater und Performance und wird stark von einem Hintergrund im Operngesang geprägt. Neben eigenen Arbeiten kollaborierte Luis Javier Murillo Zuñiga mit Mario Barrantes, Veza Fernández und Myassa Kraitt. Luis Javier Murillo Zuñigas Performances verbinden körperliche Präsenz, stimmliche Ausdruckskraft und Drag als künstlerisches Mittel, um Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Transformation zu verhandeln.
Mariya Vasilyeva ist Video- und Performancekünstlerin mit Wohnsitz in Österreich und Deutschland. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Arbeiten reichen von Live-Performances über digitale Collagen bis hin zu Videoinstallationen und beschäftigen sich mit Machtstrukturen, Feminismus und Körperpolitik. Als ukrainische Immigrantin setzt sie sich mit Identität und der Verletzlichkeit des weiblichen Körpers auseinander. Durch digitale Manipulationen hinterfragt sie gesellschaftliche Machtverhältnisse, insbesondere in Bezug auf Sexualität und Religion. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und sind Teil der staatlichen Sammlung der Republik Österreich.
Claire Lefèvre ist eine in Wien ansässige Choreografin, Autorin und Reality-TV-Enthusiastin. Ihr Werk verbindet Politik und Poetik in spielerischen, kitschigen Szenerien, die sowohl Kollaborateur*innen als auch das Publikum willkommen heißen. Von 2019 bis 2022 erforschte sie „radikale Weichheit” als choreografische Strategie und hypersensible Methodik. Derzeit konzentriert sie sich auf das Konzept der „Performance-Doula”, das Pflegearbeit in der Performanceproduktion betont. Ihr jüngstes Stück LOIE (is a fire that cannot be extinguished) untersuchte somatische Archive und das Vergessen in der Tanzgeschichte. Claire Lefèvre schreibt zudem Lyrik, Performancekritik und queere feministische Theorie und war Mitbegründerin der Holiday Poets Society, einer Serie intimer Lesungen. Ihre Arbeiten wurden international aufgeführt, und sie erhielt Förderungen wie das BKA Start Stipendium und das danceWEB-Stipendium bei ImPulsTanz. 2023 teilte sie ein Atelier mit Alix Eynaudi.
Nerea González ist eine in Wien lebende Künstler*in und Philosoph*in. Sie*er arbeitet vorwiegend mit Sound und Performance und untersucht dabei viszerale Sinnlichkeiten, Intimitäten, Exzess sowie die Liminalität queerer Körper. Als Philosoph*in befasst sich Nerea González in jüngeren Arbeiten mit dem Schleimigen und Viskosen als Materialität, die aus einer queeren Perspektive hegemonial feste und stabile Vorstellungen von Körper, Identität und Geschlecht infrage stellt. Musikalisch arbeitet sie*er im Rahmen des Teknopunk- & Emotional-Rave-Projekts Mousse de Pus und ist Teil des Kollektivs Sounds Queer?.
Sarah Sternat ist bildende Künstlerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin in Wien. 2022/2023 absolvierte sie eine Weiterbildung für zeitgenössischen Tanz bei Andrea Nagl. 2015 schloss sie ihr Studium in Malerei, Tapisserie und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Christian Ludwig Attersee und Judith Eisler ab. 2014 gründete sie das Performancekollektiv CLUB FORTUNA. Sie lehrte 2020 an der Kunstuniversität Linz und zeigte Arbeiten u. a. im brut Wien, im Kunsthaus Graz und in der Basement Gallery Olomouc.
Leticia Skrycky ist eine uruguayische Künstlerin und Lichtdesignerin, die derzeit in Lissabon lebt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle von Tanz und Performance und erforscht Praktiken der Ko-Kreation sowie die relationalen Kräfte, die auf der Bühne zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Elementen entstehen. Bekannt ist sie vor allem für ihre kollaborativen Projekte mit einer Vielzahl internationaler Künstler*innen sowie für ihre Forschung zu den „verborgenen Möglichkeiten in der Opazität von Affekten" im Kontext von Performance.
Jonay P. Matos, bildender Künstler und Forscher, lebt zwischen Gran Canaria und Barcelona. Seine Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Schreiben, Bild und Technologie und untersucht Fiktion als kritische Methode, das Buch und das Archiv als Denkwerkzeuge sowie künstliche Intelligenz als ideologischen und poetischen Raum. Seit 2010 entwickelt er eine künstlerische Praxis, die mit zeitgenössischer Bildproduktion, dem Archiv und editorischen Experimenten verbunden ist. Im Jahr 2025 realisiert er Algo en Blanco, ein vom Gobierno de Canarias gefördertes Forschungsprojekt, und absolviert Residenzen bei Camera Austria (Graz) sowie Matos em Festa (Ovar, Portugal). Zuvor nahm er an künstlerischen Residenzen bei Can Timoner (Mallorca, 2022), Espacio Bardo (Lissabon, 2021) und Lagos (Mexiko-Stadt, 2019) teil. Seine Arbeiten waren seit 2011 in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, u. a. in Barcelona, Palma de Mallorca, Mexiko-Stadt, Madrid und Brüssel.